Programm

**** Alle Veranstaltungen, sofern nicht anders angegeben, in der Bäckerei Dreiheiligen, Dreiheiligenstraße 21a, bei freiem Eintritt. ****

Montag, 27.6.

19:00 Uhr: Blauer Montag. Co-Working-Networking mit kommunikativem Eröffnungsbuffet.

20:00 Uhr: Nachtschicht. Die permanente Nachtarbeit. Eine musikalische Milieustudie von und mit Kamil Szlachta.

Eine Welt, in der alle Hunde grau sind und Könige allein, wo man nicht weiß, ob hinter der nächsten Ecke eine Kugel lauert, oder in einem feuchten Keller eine Rolle Plastikfolie – über diese Welt singt Kamil Szlachta.

Dienstag, 28.6.

17:00 Uhr: Fortbildung: Grundeinkommen. Film. Regie: Daniel Häni und Enno Schmidt. CH 2008, 100 min.

„Es ist ein kleiner kluger Film über den Zustand unserer Welt. Eine Art ‚Sendung mit der Maus‘, die zu erklären versucht, wie das Grundeinkommen funktioniert, wer es finanzieren und was es bewirken könnte.“ Mikael Krogerus, brand eins

19:00 Uhr: Fortbildung:  Die Ein Euro Jobber. Film. Regie: Corinna Liedtke und Peter Schüttemeyer. D 2009, 24 min.

20:00 Uhr: Jour fixe. Von “Arbeit” sprechen: Begriff und Wertvorstellungen im gesellschaftlichen Wandel. Impulsvorträge und Diskussion von und mit den Soziologinnen Prof. Dr. Claudia Globisch und Prof. Dr. Kornelia Hauser, beide Universität Innsbruck. Moderation: Nina Fuchs

Vor dem Hintergrund einer sich verändernden Gesellschaft organisiert sich die Arbeitswelt fortwährend neu – und umgekehrt. Statt der sprichwörtlichen „40-Stunden-Woche“ bestimmen immer häufiger Teilzeit- und Projektarbeit unseren Alltag. Die wirtschaftliche Situation und die damit einhergehenden Lebensbedingungen haben gegenüber nach wie vor gebräuchlichen Vorstellungen wie „Vollbeschäftigung“ längst einen fundamentalen strukturellen Wandel vollzogen. Was bedeutet „Arbeit“ also heutzutage, und wer „leistet“ sie? Einige Tätigkeiten scheinen damit stärker in Verbindung gebracht zu werden als andere: Berufe im Sozialbereich und sogenannte „Hausfrauentätigkeiten“ fallen ob ihres scheinbaren Mangels an wirtschaftlicher Verwertbarkeit der Unsichtbarkeit anheim. Inwiefern ist die öffentliche Präsenz, Bewertung und Bezahlung unterschiedlicher (Erwerbs-)tätigkeiten mit traditionellen hierarchischen Vorstellungen von geschlechts- und schichtsspezifischer Arbeitsteilung verbunden? Ist ein Überdenken der gängigen Konzepe und Wertvorstellungen notwendig, um gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen?

Mittwoch, 29.6.

15:00 Uhr: Schnupperstunde. Co-Working-Space und Co-Worker_innen stellen sich vor.

20:00 Uhr: Jour fixe. Effizient bis zum Burnout: Kranke Gesellschaft? Impulsreferate und Diskussion von und mit Dr. Martin Fuchs, Univ.-Klinik für Psychiatrie Innsbruck, und Dr. Peter Hoffmann, AK Wien. Moderation: Susanne Pedarnig

Die Anforderungen an Arbeitnehmer_innen steigen gegenwärtig ebenso wie die Zahlen derer, die keine Arbeit finden. Nicht für alle Menschen ist die in alle Lebensbereiche hineinspielende geforderte Flexibilität, Mobilität und effizientestmögliche Arbeitsweise einfach umzusetzen. Durch den steigenden Druck nimmt die Zahl derer, die an psychischen Krankheiten wie Burnout leiden, zu. Welche längerfristigen Auswirkungen auf Körper, Psyche und Gesundheit müssen Betroffene erleiden? Gibt es Arbeitsbereiche, in denen ArbeitnehmerInnen stärker gefährdet sind? Welche unterschiedlichen Mittel sind denkbar und notwendig, um derartigen Problemen kurzfristig sowie nachhaltig zu begegnen? Laufen marktwirtschaftliche Interessen zwangsläufig auf die Förderung von Wettbewerb, Konkurrenz und Ellbogentechnik hinaus oder gibt es auch hier gegenläufige Entwicklungen und Annahmen?

Donnerstag, 30.6.

15:00 Uhr: Fortbildung. Fit am PC! Einstündiges Gesundheitsseminar mit vielen Tipps und Übungen von DI Klaus Ströbinger, Shiatsupraktiker und-lehrer

19:00 Uhr: Kaffeepause. MOLE Café und Präsentation der neuen Ausgabe MOLE 05

Die prekär tätigen Kulturarbeiter_innen von MOLE. Zeitschrift für kulturelle Nahversorgung schließen sich mit dem Co-Working-Festival zusammen, um gemeinsam Strategien gegen die Vereinzelung in der neuen Arbeitswelt zu präsentieren, Kulturprodukte aus dem Untergrund hervorzuholen und gegen unbedachte Schnellschüsse in der Kulturpolitik zu intervenieren. MOLE 05 kommt mit frischen Texten aus kultureller Nahversorgung, zum Beispiel mit dem anschließenden Vortrag von Martin Fritz.

20:00 Uhr: Jour fixe. Gestalteter Raum: Wie Architektur und Neue Medien die Arbeit strukturieren. Impulsreferate und Diskussion von und mit Prof. Dr. Peter Trummer, Architektur, und MMag. Martin Fritz, Vergleichende Literaturwissenschaft, beide Universität Innsbruck. Moderation: Stefan Abermann

Unser Denken, unsere Wahrnehmung und unsere Vorstellung von der Welt orientiert sich an räumlichen Begriffen. Der Raum, der uns umgibt, beeinflusst konkrete Lebensbedingungen: wie wir wohnen, schlafen, essen und eben auch: wie wir arbeiten. Welche gesellschaftlichen Konzepte von Arbeit spiegeln sich in unterschiedlichen architektonischen Entwürfen von Arbeitsplätzen – vom Büro bis hin zu ganzen Industriegebieten – wider? Welche Rolle spielen technische Entwicklungen in diesem Zusammenhang? Wird die Umgebung den Bedürfnissen des Menschen angepasst oder ist es umgekehrt? Die Etablierung der sogenannten Neuen Medien in Alltag und Arbeitswelt scheint mit einer Tendenz zur Auflösung ehemals starrer räumlicher Grenzen einherzugehen: „virtueller“ und „realer“ Raum verschwimmt, Arbeit ist immer weniger an einen bestimmten Ort gebunden. Einzelne Arbeitsschritte können einfacher, schneller und flexibler bewältigt werden, gleichzeitig steigen die Ansprüche an Arbeitnehmer_innen in Bezug auf Flexibilität, Erreichbarkeit und technische Versiertheit. Welche Vor- und Nachteile, welche neuen Möglichkeiten ergeben daraus? Nicht für alle Menschen ist das ständige Mit- und Neulernen kognitiv bewältigbar. Wird Technik zum Vorbild oder gar zum Selbstläufer?

Freitag, 1.7.

20:00 Uhr : Jour fixe. Schöne neue Arbeitswelt: Der Zwang zur Selbstverwirklichung gegen die graue Bürohierarchie? Moderierte Diskussionsrunde mit der Organisationsentwicklerin Mag. Margit Liebhart und Christoph Fahle, Mitbegründer eines der ersten „Co-Working-Spaces“ im deutschsprachigen Raum, Berlin

Nach wie vor sind genau definierte und hierarchische Strukturen in der Arbeitswelt gegenwärtig. Fixe Arbeitszeiten, Kontrollen sowie unterschiedliche, auf Ausbildung, Position und Tätigkeit beruhende Gehälter scheinen selbstverständlich zu sein. Als Gegenmodell dazu haben sich die sogenannten „Neuen Selbstständigen“ etabliert, die abseits von klassischen Arbeits- und Organisationsstrukturen selbstbestimmt ihren Tätigkeiten nachgehen. Läuft der Traum der Selbstverwirklichung als eigenEr ChefIn auf Selbstausbeutung hinaus? Selbstständigkeit und Flexibilität werden nun nicht mehr von Vorgesetzten, sondern von zahlenden Kunden erwartet und von Konkurrent_innen möglicherweise noch besser umgesetzt. Soziale Absicherung ist in vielen Fällen nicht gegeben und eine gewerkschaftliche Organisation aufgrund der verschiedenen Arbeitsgebiete schwierig. Das Modell der sogenannten “Co-Working-Spaces”, das sich vor diesem Hintergrund entwickelt hat, soll sowohl der grauen Bürohierarchie als auch der sozialen Isolierung entgegenwirken, der von zu Hause aus Arbeitende oft ausgesetzt sind, und Vernetzung sowie ökologische Nachhaltigkeit erwirken. Inwiefern stellt dieses Modell eine echte Alternative dar, inwiefern wird damit lediglich Symptombehandlung betrieben und inwiefern arbeitet es jenen Marktlogiken zu, mit denen prekäre Arbeitssituationen einhergehen?

22:00 Uhr: Feierabend! Konzert der Wiener Post-Punk Band Luise Pop in der p.m.k. Eintritt: 5,- €

Mit einem fulminanten Konzert starten wir in den wohlverdienten Feierabend und lassen Luise Pop für uns arbeiten. Ja, Musik ist auch Arbeit! Angetrieben von eskapistischem Übermut rasen sie wie irre Lemminge rumpelnd und polternd den Abgrund entlang: Luise Pop wissen ganz genau, dass der eigenen koketten Post-Punk-Abgeklärtheit nicht zu trauen ist, und ergeben sich einer eleganten Melancholie, die als Echo aus jenen Zeiten widerhallt, in denen ein Pop-Song in zweieinhalb Minuten noch die Welt aus den Angeln heben konnte.

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